Bitkom startet Resilience Hub: Mehr Krisenfestigkeit für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft

Cyberangriffe, Sabotage und Desinformation stellen Unternehmen, Kommunen und die Gesellschaft vor wachsende Herausforderungen. Doch während das Bewusstsein für hybride Bedrohungen steigt, fehlt es vielerorts an konkreten Vorbereitungsmaßnahmen. Mit dem neuen Resilience Hub schafft der Digitalverband Bitkom eine zentrale Anlaufstelle für praxisnahe Krisenvorsorge und stärkt damit die Widerstandsfähigkeit Deutschlands.
Hybride Bedrohungen: Hohes Risikobewusstsein, geringe Vorbereitung
Ob Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen, großflächige Stromausfälle oder gezielte Desinformationskampagnen: Hybride Angriffe können weitreichende Auswirkungen auf Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft haben. Wie groß die Lücke zwischen Risikobewusstsein und tatsächlicher Krisenvorsorge ist, verdeutlichen aktuelle Zahlen des Bitkom.
Jeweils mehr als 80 Prozent der Unternehmen und der Bevölkerung halten eine ernsthafte Krise infolge hybrider Angriffe für wahrscheinlich. Dennoch verfügten Anfang 2026 lediglich 28 Prozent der Unternehmen über ein Krisen- oder Notfallmanagement. In der Bevölkerung fühlen sich sogar nur 15 Prozent gut auf entsprechende Krisensituationen vorbereitet.
Um diese Lücke zu schließen, hat der Digitalverband am 8. Oktober 2026 den Bitkom Resilience Hub gestartet. Die neue Online-Plattform bündelt Leitfäden, Checklisten und weitere Informationsangebote, die Unternehmen, Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, Risiken frühzeitig zu erkennen und konkrete Vorsorgemaßnahmen umzusetzen.
„Ob Sabotage, Cyberangriff oder Desinformation: Die Angriffe auf unser Land sind real und sie werden zahlreicher. Krisenfestigkeit entsteht aber nicht im Ernstfall, sondern davor“, betont Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.
Resilienz als strategischer Erfolgsfaktor für Unternehmen
Für Unternehmen wird die Fähigkeit, auch unter außergewöhnlichen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben, zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Die fortschreitende Digitale Transformation eröffnet neue Potenziale für Effizienz, Vernetzung und Innovation. Gleichzeitig entstehen durch komplexe IT-Infrastrukturen, digitale Lieferketten und die Abhängigkeit von externen Dienstleistern neue Risiken.
Der Resilienz-Guide „Krisenfest im Ernstfall“ unterstützt Unternehmen dabei, ihre Krisenvorsorge systematisch weiterzuentwickeln. Anhand realitätsnaher Szenarien zeigt er, wie sich Organisationen auf Stromausfälle, Cyberangriffe oder den Ausfall zentraler IT-Dienstleister vorbereiten können. Eine Checkliste mit 22 Prüfpunkten sowie Vorlagen für Notfallkontakte und Krisenstäbe erleichtern die praktische Umsetzung.
Gerade für Führungskräfte und Verantwortliche der Digitalen Transformation ist das Thema von strategischer Bedeutung: Digitale Innovation und wirksames Risikomanagement müssen gemeinsam gedacht werden. Denn langfristige Wettbewerbsfähigkeit setzt voraus, dass Geschäftsprozesse auch in Krisensituationen zuverlässig funktionieren.
Kommunen stärken: Handlungsfähig bleiben im Krisenfall
Auch Städte, Gemeinden und Landkreise stehen vor der Herausforderung, ihre digitalen Infrastrukturen widerstandsfähiger zu gestalten. Ein erfolgreicher Cyberangriff auf einen kommunalen IT-Dienstleister kann gleichzeitig zahlreiche Verwaltungen betreffen und zentrale Dienstleistungen zum Stillstand bringen.
Mit dem Guide „Resiliente Kommune“ bietet Bitkom eine praxisorientierte Checkliste mit mehr als 60 Prüfpunkten in zehn Handlungsfeldern. Diese reichen von der Krisenorganisation über Cybersicherheit bis zur Kommunikation und Warnung der Bevölkerung.
Besonders im Fokus stehen Maßnahmen, die sich auch mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen realisieren lassen. Dazu gehören beispielsweise analoge Kontaktlisten, klar definierte Vertretungsregelungen, Krisenübungen oder die frühzeitige Organisation einer Notstromversorgung.
Damit unterstreicht der Resilience Hub einen zentralen Aspekt der Digitalen Transformation im öffentlichen Sektor: Eine moderne, leistungsfähige Verwaltung muss nicht nur digital, sondern auch krisenfest aufgestellt sein.
Desinformation erkennen und gesellschaftliche Resilienz fördern
Neben Wirtschaft und Verwaltung adressiert der Resilience Hub auch die Bevölkerung. Mit dem Guide „Fall nicht drauf rein!“ stellt Bitkom ein Informationsangebot bereit, das den sicheren Umgang mit Desinformation in den Mittelpunkt rückt.
Schritt-für-Schritt-Anleitungen vermitteln, wie sich manipulierte Inhalte, Fake-Webseiten und automatisierte Bots erkennen lassen. Vier grundlegende Verhaltensregeln – aufmerksam sein, Inhalte bewusst teilen, Quellen überprüfen und offizielle Informationen nutzen – sollen die Medienkompetenz im digitalen Alltag stärken.
Ergänzt wird das Angebot durch einen Selbsttest sowie den Video-Podcast „Was, wenn…?“, der unterschiedliche Krisenszenarien aufgreift.
Fest steht: Die Digitale Transformation kann ihr volles Potenzial nur entfalten, wenn digitale Systeme, Prozesse und Organisationen nicht nur innovativ und effizient, sondern auch widerstandsfähig sind.
Weitere Informationen und Praxishilfen finden Sie unter bitkom.org/ResilienceHub.
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