Im digitalen Zeitalter, in dem Unternehmen mit disruptiven Veränderungen und einer zunehmend vernetzten Welt konfrontiert sind, wird die Rolle der CEO-Kommunikation immer entscheidender. Moritz Neuhaus, CEO und Gründer der Insight Consulting GmbH, begleitet Führungskräfte auf ihrem Weg, ihre persönliche Marke und ihre Positionierung authentisch und wirksam zu gestalten.
In diesem Interview teilt er seine Einsichten zur Bedeutung von Thought Leadership, der Rolle von LinkedIn als Kommunikationskanal und den Erfolgsfaktoren für eine starke CEO-Marke in der digitalen Ära.
Neuhaus (N): Die Menschen sind doch transformationsmüde. Klare Positionierung ist hier wie ein rettender Leuchtturm in der Ferne bei stürmischer See. Echte, menschliche Nähe und Haltung wird immer noch unterschätzt. Eine Studie mit knapp 3.500 befragten Entscheidern von Edelman und LinkedIn zeigen: 73 % der Entscheider vertrauen Thought Leadership mehr als klassischem Marketing, es ist die effektivste Vertrauenswährung für Unternehmen. Eine klare, CEO-geführte Positionierung macht diese Währung erst richtig wirksam. Thought Leadership schützt bestehende Kundenbeziehungen (54 % der CxOs hinterfragen nach Thought Leadership-Inhalten ihre Anbieter).
N: LinkedIn ist nicht länger nur die digitale Visitenkarte oder das wichtigste CRM geworden. Jeder CEO ist heute auch Chief Entertainment Officer. Jedes Unternehmen ist täglich auf Sendung. Und der CEO spielt die wichtigste Rolle. Hier zählt nicht Hochglanz, sondern „Building in Public“: die authentische Mischung aus Erfolgen, Fehlern und Learnings. Wir sehen aktuell, wie CEOs gezielt „Fame within their niche“ aufbauen, also nicht Millionen erreichen wollen, sondern die 1.000 Entscheider, die für ihr Geschäft relevant sind. Die Zukunft gehört denen, die diesen Kanal strategisch wie einen Redaktionsplan führen und gleichzeitig nahbar bleiben.
N: Wir sorgen mit unserer Arbeit vor allem über Prozesse und Struktur dafür, dass unternehmerischer Mehrwert entsteht. Kurzfristig sind das vielleicht ein paar Millionen Ansichten, mittelfristig sind es Anfragen von Kunden oder Journalisten.
Mit unserem INSIGHT Thought Leader Framework decken wir die wichtigsten Kanäle und Gewerke ab:
a) Positionierung & Reporting
b) LinkedIn-Content-Produktion
c) LinkedIn Thought Leader Ads
d) Public Relations
e) Long-Form-Videos
f) Podcast-Produktion
g) YouTube-Produktion
h) Keynotes & Events
Gedanke dahinter: Wir starten oft schlank, im Sinne einer Minimum Viable Personal Brand und skalieren dann bedarfsorientiert über Ads, PR und andere Kanäle. Entscheidend: Inhalte müssen echt wirken. Thought Leadership funktioniert nicht mit unpersönlichen Texten eines Ghostwriters, sondern nur, wenn Haltung, Stimme und Präsenz zur Person passen. So entsteht ein medialer Kreislauf, der Vertrauen aufbaut, Kundenbindung stärkt und Wachstum messbar vorantreibt.
N: Eine wirksame CEO-Marke ist wie ein präzise gebautes Uhrwerk: Persönlichkeit des CEOs, Medienkompetenz, Blick auf die Branche, Klarheit in der Positionierung und dann vor allem über Jahre konsistente Umsetzung. Alles greift ineinander. Oder es haken die Zeiger.
Vom ersten LinkedIn-Post bis zum Podcast-Auftritt sollte es aus einem Guss wirken. Entscheidend ist, dass die Inhalte spürbar zur Person passen und authentisch sind. Thought Leadership funktioniert nicht mit generischen Ghostwriter-Texten oder ChatGPT. Ziel ist es nicht, Massenreichweite zu erzielen, sondern in der eigenen Nische als Meinungsführer anerkannt zu sein.
N: Die CEOs der Zukunft sind Brückenbauer zwischen Unternehmen, Markt und Gesellschaft. In einer Welt, in der Vertrauen die knappste Ressource ist, wirkt CEO-led Thought Leadership wie das tragende Fundament dieser Brücke. Offenheit über Zahlen, Entscheidungen und Fehler wird nicht mehr Kür, sondern Pflicht. Wer heute Präsenz, Haltung und authentische Kommunikation etabliert, ist morgen der stabile Anker in unruhigen Märkten. Beispiele wie Stefan Hoops (DWS), Simon Sack (Neurologiq) oder Tim Rath (YOYABA) zeigen, wie sich durch Offenheit und strategische Kommunikation langfristig Vertrauen aufbaut.
Das Interview mit Moritz Neuhaus verdeutlicht, wie wichtig es ist, als CEO eine klare Position zu beziehen und in der digitalen Kommunikation authentisch und transparent zu agieren. Diese Themen stehen auch im Mittelpunkt der TRANSFORM, die den Austausch über die Zukunft von Führung und Kommunikation fördert. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit führenden Expertinnen und Experten zu vernetzen und wertvolle Insights zu gewinnen – sichern Sie sich jetzt Ihre Early Bird Tickets!