Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich zunehmend zum treibenden Motor der digitalen Transformation der deutschen Wirtschaft. Laut einer aktuellen Befragung des Digitalverbands Bitkom setzen mittlerweile 41 Prozent der Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten Künstliche Intelligenz ein, während weitere 48 Prozent entweder bereits die Nutzung planen oder über deren Einführung diskutieren. Dieser Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zeigt, wie stark die Digitalisierung in deutschen Unternehmen voranschreitet. Noch 2025 hatte lediglich ein Fünftel der Unternehmen KI in ihren Prozessen integriert.
Für die Unternehmen, die bereits auf KI setzen, hat sich der Einsatz der Technologie vielfach positiv ausgewirkt. Drei Viertel (77 Prozent) der Unternehmen berichten von einer verbesserten Wettbewerbsposition dank Künstlicher Intelligenz. 52 Prozent sehen einen messbaren Beitrag der Technologie zum Unternehmenserfolg, und zwei Drittel planen, ihren KI-Einsatz weiter auszubauen. Laut Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst ist KI nicht nur ein strategischer Vorteil für die Unternehmen, sondern auch ein globaler Wettbewerbsvorteil, insbesondere für Industrien wie die Pharma- und Medizintechnik.
Trotz der positiven Einschätzungen gibt es jedoch auch Herausforderungen. Rund 51 Prozent der Unternehmen kämpfen nach wie vor mit der Umsetzung der Digitalisierung. Besonders problematisch ist für 13 Prozent der Unternehmen, dass die digitale Transformation ihre Existenz gefährdet – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als dieser Anteil bei nur 7 Prozent lag. Die Geschwindigkeit der digitalen Entwicklung führt dazu, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, mit der Konkurrenz Schritt zu halten, insbesondere im Hinblick auf kleinere und mittelständische Unternehmen, die Gefahr laufen, abgehängt zu werden.
Ein zentrales Thema der Studie ist der Umgang mit Unternehmensdaten. Obwohl Daten als Grundlage für digitale Innovationen und den erfolgreichen Einsatz von KI eine Schlüsselrolle spielen, schöpfen bislang nur 32 Prozent der Unternehmen das volle Potenzial ihrer Daten aus. 6 von 10 Unternehmen (61 Prozent) nutzen ihre gesammelten Daten entweder wenig oder gar nicht. Hier sieht Bitkom-Präsident Wintergerst eine große Chance, die bislang ungenutzten Datenschätze der Unternehmen zu heben. Besonders Unternehmen, die ihre Daten noch nicht effizient einsetzen, planen nun zunehmend, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um diese Lücke zu schließen.
Die digitale Transformation geht für viele Unternehmen über bloße Effizienzgewinne hinaus und verändert zunehmend auch Geschäftsmodelle. 42 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ihre Geschäftsmodelle durch die Digitalisierung einen Wandel erfahren haben. Besonders die Datenanalyse und der Einsatz von KI eröffnen neue Möglichkeiten für innovative Produkte und Dienstleistungen.

Die deutsche Wirtschaft zeigt Fortschritte bei der Entwicklung neuer digitaler Produkte und Dienstleistungen, auch wenn der Prozess weiterhin langsam vonstattengeht. 23 Prozent der Unternehmen geben an, dass ihnen die Entwicklung neuer digitaler Angebote mittlerweile leichter fällt – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als dieser Anteil bei nur 16 Prozent lag. Dennoch hat nach wie vor jedes vierte Unternehmen Schwierigkeiten bei der Entwicklung digitaler Innovationen.
Ein weiteres zentrales Thema ist die wachsende Bedeutung digitaler Umsätze für Unternehmen. In den kommenden fünf Jahren erwarten 9 Prozent der Unternehmen, dass mindestens die Hälfte ihres Umsatzes aus digitalen Geschäftsmodellen stammen wird. 56 Prozent rechnen mit einem Anteil von Digitalumsätzen zwischen 10 und 50 Prozent ihres Gesamtumsatzes. Dies zeigt, wie entscheidend die digitale Transformation für die Zukunft der deutschen Wirtschaft ist.
Trotz der Fortschritte bei der Digitalisierung sind die Unternehmen mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Der Datenschutz stellt für 77 Prozent der Unternehmen das größte Hindernis dar, gefolgt vom Fachkräftemangel, den 70 Prozent der Unternehmen als Hürde angeben. Weitere Schwierigkeiten entstehen durch Anforderungen an die technische Sicherheit (61 Prozent), unzureichende marktfähige Lösungen (43 Prozent) und der Mangel an Austausch mit anderen Unternehmen (31 Prozent). Auch unternehmensinterne Bremsen, wie fehlende Zeit (66 Prozent) oder mangelnde finanzielle Mittel (48 Prozent), hemmen die digitale Transformation.
Wintergerst fordert eine klare Verantwortung von Unternehmensleitungen für die digitale Transformation und betont, dass nicht nur technologische, sondern auch kulturelle Barrieren überwunden werden müssen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen der Unternehmensführung und den Mitarbeitern sei der Schlüssel zum Erfolg. Dabei seien auch die politischen Entscheidungsträger gefragt. Eine überwältigende Mehrheit von 80 Prozent der Unternehmen warnt davor, dass Deutschland ohne die digitale Transformation wirtschaftlich ins Hintertreffen geraten wird. 84 Prozent fordern, dass die Digitalisierung endlich als Top-Thema der Bundesregierung behandelt wird.
Eine wichtige Erkenntnis der Umfrage ist die Notwendigkeit einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Startups. Während 20 Prozent der Unternehmen ihre Marktstellung durch aufstrebende Startups gefährdet sehen, arbeiten dennoch zwei Drittel der befragten Unternehmen nicht mit Startups zusammen. Hier sieht Wintergerst großes Potenzial: Durch den Austausch von Wissen und Innovationen zwischen traditionellen Unternehmen und jungen Gründungen könnten erhebliche Fortschritte bei der Digitalisierung erzielt werden.
Um Unternehmen konkrete Unterstützung auf ihrem Weg in die digitale Zukunft zu bieten, lädt Bitkom zur TRANSFORM am 18. und 19. März 2026 in Berlin ein. Die Veranstaltung, die aus einer Expo, Kongressen, Praxis-Workshops und Dialogforen besteht, wird mehr als 6.000 Teilnehmer anziehen. Über 320 Speaker werden auf drei Bühnen mehr als 200 Stunden Programm bieten. Erwartet werden hochkarätige Referenten, darunter Dr. Ralf Wintergerst, Bill Anderson (CEO von Bayer), Dr. Roland Busch (CEO von Siemens) und Dr. Bettina Orlopp (CEO der Commerzbank).
Die TRANSFORM bietet den Unternehmen eine einmalige Gelegenheit, sich über die neuesten digitalen Trends zu informieren, Best Practices auszutauschen und mit Experten und Startups zu vernetzen. Ein Highlight der Veranstaltung ist der „Innovators‘ Pitch“, der disruptive Early-Stage-Startups in den Bereichen „Future Technologies in Logistics“ und „Future Technologies in Education“ auszeichnet.
In einer Zeit, in der die Digitalisierung über den Erfolg oder Misserfolg vieler Unternehmen entscheidet, bietet die TRANSFORM eine wertvolle Plattform, um die digitale Transformation aktiv mitzugestalten und von den Erfahrungen der führenden Innovatoren zu lernen. Zu den Tickets.