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16. März 2026

Innovation made in Germany: Wie die de:hub Initiative Mittelstand, Startups und Technologie zusammenbringt

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Die Digitale Transformation stellt Unternehmen vor die Herausforderung, technologische Innovationen schneller in marktfähige Lösungen zu überführen. Dabei wird die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen, Startups und Forschungseinrichtungen zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Im Interview erklärt Claudia Behrendt (Hub Agency Lead), wie die de:hub Initiative mit ihrem Netzwerk aus 25 spezialisierten Standorten genau diese Brücken schlägt, um Innovationspotenziale systematisch zu erschließen und Kooperationen zwischen Mittelstand, Corporates und der Gründerszene gezielt zu fördern.

TRANSFORM (T): Die de:hub Initiative steht für ein starkes Netzwerk aus 25 de:hubs. Wie gelingt es, den Mittelstand und Corporates systematisch mit Innovationspartnern aus der Gründerszene und Wissenschaft zu vernetzen?

Behrendt (B): Wir verstehen uns als strategischen Brückenbauer zwischen der gewachsenen Expertise des deutschen Mittelstands und der Dynamik der Gründerszene. Unsere Aufgabe ist es dabei, diese oft unterschiedlichen Welten systematisch und zielgerichtet zusammenzuführen. Das gelingt uns vor allem durch die tiefgreifende Spezialisierung unserer 25 Hub-Standorte: Wer Innovation im Bereich KI sucht, findet in München oder Karlsruhe nicht nur Kontakte, sondern ein gewachsenes Ökosystem aus Experten, die die gleiche Sprache sprechen.

Dabei setzen wir auf Formate, die echten Mehrwert stiften, statt nur oberflächliches Networking zu betreiben. Ob durch kuratierte Matchmaking-Sessions, den gezielten Zugang über unseren digitalen Startup Finder oder spezialisierte Programme wie das CyberLab in Karlsruhe. Wir schaffen die Struktur, die es für erfolgreiche Kooperationen braucht, wir identifizieren die konkreten Herausforderungen der Unternehmen und matchen sie mit den passenden Innovatoren.

Unser Ziel ist es, die Hürden für gemeinsame Pilotprojekte so gering wie möglich zu halten. Wir moderieren den Austausch zwischen Tradition und Moderne und schaffen einen Raum, in dem aus ersten Ideen belastbare Partnerschaften entstehen. So begleiten wir den Mittelstand und Corporates dabei, das Potenzial der Digitalisierung nicht nur zu verstehen, sondern in konkreten Projekten „made in Germany“ umzusetzen, direkt, professionell und auf Augenhöhe.

T: Technologischer Fortschritt entsteht heute im Zusammenspiel verschiedener Akteure. Wie fördert die de:hub Initiative den gezielten Austausch von Technologie- und Wirtschaftsexpertise über Branchengrenzen hinweg?

B: Technologischer Fortschritt scheitert heute oft nicht am fehlenden Know-how, sondern an einer Sprachbarriere: Der Mittelstand sucht pragmatische Lösungen für den enormen Innovationsdruck, während die Tech-Welt oft in abstrakten Visionen spricht.

Wir fungieren in unseren de:hubs als Übersetzer und Navigator, um diese Silos aufzubrechen. Statt Buzzwords liefern wir Orientierung und übersetzen komplexe Technologien in echten geschäftlichen Nutzen. Ein Beispiel ist das Volucap-Studio im MediaTech Hub: Die dortige 3D-Scantechnik wird durch unser Netzwerk für die Autoindustrie oder die Chirurgie nutzbar gemacht, weit über die Filmbranche hinaus.

Wir fördern diesen Austausch ganz gezielt durch Formate wie Matchmaking-Sessions auf großen Messen und moderierte Pilotprojekte, die das Risiko für Unternehmen senken. Unser Ziel ist es, Innovation verständlich und machbar zu machen, indem wir die richtigen Partner auf Augenhöhe zusammenbringen und vom konkreten Problem her denken, statt nur über Technik zu reden.

T: „Innovation made in Germany“ ist ein zentrales Versprechen der de:hub Initiative. Welche konkreten Erfolgsmodelle zeigen, wie dieses Versprechen in der Zusammenarbeit zwischen Startups, Mittelstand und Konzernen eingelöst wird?

B: Unsere Best Cases sind das Herzstück der de:hub Initiative, weil sie zeigen, dass digitale Transformation kein abstraktes Risiko, sondern eine greifbare Chance ist. Oft scheitert Innovation an der Komplexität.

Durch die Aufbereitung konkreter Kooperationen – etwa wenn ein Logistik-Startup eine KI-Lösung direkt in die Flotte eines mittelständischen Spediteurs integriert – zeigen wir reale Probleme und reale Lösungen. Wir dokumentieren den gesamten Weg vom Pain Point bis zum ROI.

Ein aktuelles Beispiel für die Zusammenarbeit von Startups und Konzernen und dafür, wie wir Digitalisierung anfassbar machen, ist die Kooperation zwischen dem Startup Aristech (aus unserem de:hub Karlsruhe) und den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB).

Hier wurde eine KI-basierte 'Corporate Voice' entwickelt, die Fahrgastinformationen in Echtzeit vertont. Das macht Innovation für jeden Fahrgast in Köln unmittelbar hörbar: Statt blecherner Bandansagen gibt es eine natürliche, sympathische Stimme, die flexibel auf Störungen reagiert. Für den Mittelstand und Konzerne ist das eine enorme Inspiration, weil es zeigt, dass KI kein abstraktes Laborthema ist, sondern konkret die Barrierefreiheit verbessert und das Kundenerlebnis massiv aufwertet. Es ist genau dieser Transfer von Spitzen-Technologie in die breite, öffentliche Anwendung, der das Versprechen 'Innovation made in Germany' einlöst.

T: Insbesondere der Mittelstand benötigt praxisnahe Innovationsimpulse. Welche Formate und Initiativen innerhalb der 25 Hubs adressieren diese Zielgruppe besonders effektiv?

B: Um den Mittelstand dort abzuholen, wo er steht, setzen wir auf Formate, die den Fokus weg vom Hype auf den messbaren Nutzen verschieben.

Ein zentrales Instrument ist die de:hub Journey: Hier laden wir Mittelständler direkt in die Hubs ein, damit sie in Testlaboren und Co-Working Spaces technologische Innovationen hautnah erleben und passende Partner finden können.

Ergänzend dazu adressiert das Boostcamp des Digital Hub Logistics & Commerce in Hamburg gezielt die Bedürfnisse von Unternehmen, die vor konkreten Digitalisierungsfragen stehen. In diesem intensiven Format werden innerhalb kürzester Zeit gemeinsam mit Startups handfeste Prototypen und Business-Cases entwickelt, was die Hemmschwelle für technologische Experimente massiv senkt.

Zusätzlich schaffen wir mit ‚Connecting Industries‘ ein Format für branchenübergreifende Synergien. Hier bringen wir gezielt verschiedene Hubs, den Mittelstand und Startups bei exklusiven Events – oft im Rahmen großer Leitmessen – an einen Tisch, um Kooperationen direkt zu initiieren und den Transfer von der Idee in den Markt zu beschleunigen

T: Die Digitalisierung stellt Unternehmen vor vielfältige Herausforderungen – von Künstlicher Intelligenz bis zu nachhaltiger Transformation. Wie unterstützt die de:hub Initiative Unternehmen dabei, diese Themen mit Innovationspartnern strategisch anzugehen?

B: Wir unterstützen Unternehmen dabei, den Weg von der Theorie in die Praxis radikal abzukürzen, indem wir gezielte Orientierung mit branchenspezifischer Expertise verbinden.

Über Tools wie unserem Startup Finder identifizieren Firmen aus über 2.500 Startups exakt die Partner, die zu ihren Herausforderungen in Bereichen wie KI oder Nachhaltigkeit passen. In unseren 25 Hubs moderieren wir diesen Austausch auf Augenhöhe und minimieren das Risiko durch konkretes Prototyping.

Ein tolles Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und dem Dresdner Startup Wandelbots im Smart Systems Hub: Gemeinsam haben sie die Programmierung von Industrierobotern durch eine sensorgestützte Jacke so vereinfacht, dass Mitarbeiter die Roboter auch ohne IT-Kenntnisse anlernen konnten. Das hat die Innovationsgeschwindigkeit bei VW massiv erhöht und zeigt, wie wir durch Kooperationen Technologie direkt in die Anwendung bringen.

T: Internationalisierung ist ein wichtiger Wachstumstreiber für Startups wie auch für etablierte Unternehmen. Wie stärkt das de:hub Netzwerk den internationalen Austausch und die globale Sichtbarkeit deutscher Innovationskraft?

B: Wir sorgen dafür, das deutsche Innovationskraft vor allem weltweit sichtbar ist, indem wir uns unter starken Dachmarken wie ‚Startup Germany‘ international positionieren. Durch die enge Verzahnung mit anderen Initiativen und Programmen, wie dem German Accelerator oder den Startup Factories bauen wir eine Brücke für unsere Start-ups in die Welt. Wir setzen dabei massiv auf die Vernetzung mit internationalen Partnern und begleiten gezielte Delegationen ins Ausland, um vor Ort Kontakte zu knüpfen. So stellen wir sicher, dass deutsche Ideen nicht nur hierzulande entstehen, sondern global wahrgenommen und skaliert werden.

T: Welche Technologien und unternehmerischen Handlungsfelder sehen Sie innerhalb der de:hub Community als besonders relevant für die nächsten fünf Jahre der Digitalen Transformation?

B: In den nächsten fünf Jahren sehen wir vor allem den Sprung hin zu echter Autonomie. Humanoide Robotik und Quantencomputing sind dabei die großen Visionen, die unsere Effizienz auf ein neues Level heben können. Ein echter Gamechanger im Alltag wird aber Agentic AI sein: Wir reden hier nicht mehr nur von Chatbots, sondern von KI-Agenten, die komplexe Aufgaben eigenständig planen und im Betrieb umsetzen.


Die de:hub Initiative zeigt damit eindrucksvoll, wie Digitale Transformation durch strukturierte Zusammenarbeit und praxisnahe Formate konkret umgesetzt werden kann. Indem sie Startups, etablierte Unternehmen und wissenschaftliche Expertise miteinander vernetzt, schafft sie die Voraussetzungen für Innovationen, die über einzelne Branchen hinaus Wirkung entfalten. Für Unternehmen, die technologische Entwicklungen strategisch nutzen möchten, wird deutlich: Der Schlüssel liegt in starken Netzwerken, mutigen Pilotprojekten und dem konsequenten Transfer von Ideen in reale Anwendungen.

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