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15. Januar 2026

Verantwortungsvolle KI im Mittelstand: Wie Sage Finanz- und Personalprozesse neu definiert

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Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Technologien, sondern auch Rollenbilder, Prozesse und Erwartungen – insbesondere in den sensiblen Unternehmensbereichen Finanz- und Personalwesen. In diesem Kontext spricht Christian Mehrtens, Managing Director bei Sage, über den verantwortungsvollen Einsatz von KI in mittelständischen Unternehmen, die Rolle moderner ERP-Systeme als Rückgrat datengestützter Entscheidungen und die Notwendigkeit eines ganzheitlichen, skalierbaren Digitalisierungsansatzes. Im Zentrum stehen dabei Vertrauen, Compliance und konkrete Mehrwerte für Startups sowie kleine und mittelgroße Unternehmen.

TRANSFORM (T): Wie verändert Künstliche Intelligenz das Finanz- und Personalwesen – und wie integriert Sage diese Technologien in seine Lösungen? 

Christian Mehrtens (M): KI ist im Begriff, Finanz- und Personalwesen tiefgreifend zu verändern. Sie übernimmt Routinearbeit, reduziert Fehler und schafft Zeitfenster für Wertschöpfung. So wird sie dazu beitragen, die Rolle der Finanz- und Personalabteilungen neu zu definieren. KI übernimmt sachbearbeitende Tätigkeiten, sodass die menschliche Belegschaft sich verstärkt strategischen Themen und der Organisationsentwicklung widmen kann.  

Insbesondere in vier Bereichen liefert KI aktuell bereits relevante Vorteile: 

  • KI-gestützte Administration und Dokumentenarbeit (z. B. Stammdatenpflege, monatliche Reports, Rechnungserstellung, Verträge, Zeugnisse, Stellenausschreibungen) 

  • Prozessautomatisierung (Fristen, Erinnerungen, Mahnwesen, Onboarding-Orchestrierung) 

  • Anomalie-Erkennung in der Lohnabrechnung (Ausreißer oder Plausibilitäten identifizieren, bevor Fehler passieren) 

  • Talententwicklung (personalisierte Lernvorschläge, Identifikation von Kompetenzlücken) 

Sowohl das Finanz- als auch das Personalwesen sind äußerst sensible Bereiche. Deshalb verfolgt Sage bei der Entwicklung und Integration von KI einen bewusst domänenspezifischen und verantwortungsvollen Ansatz. Die zugrunde liegenden Modelle werden mit kuratierten, produktspezifischen Datensätzen trainiert und an Standards führender Berufsverbände wie dem AICPA ausgerichtet, um Auditfähigkeit und Compliance von Beginn an sicherzustellen. Kontinuierliche Qualitätsmessungen einschließlich der Beobachtung von Fehlklassifikationen, Mechanismen zur Erkennung von Halluzinationen, Warnungen bei Modelldrift, Human-in-the-Loop Validierung und vollständige Auditierbarkeit gewährleisten, dass keine kritische Entscheidung ohne nachvollziehbare Grundlage getroffen wird. Datenschutz und DSGVO-Konformität, Privacy by Design sowie klare Stoppsignale sind fester Bestandteil unseres Entwicklungsprozesses und unserer Lösungen. 

Auf dieser Grundlage entsteht der nächste Entwicklungsschritt im Finanz- und Personalwesen: Autonome KI-Agenten werden künftig komplette Workflows wie Kontenabstimmungen oder Rechnungsbearbeitung eigenständig ausführen und so noch mehr Zeit für Analysen und strategische Aufgaben schaffen. 

 T: Viele kleine und mittlere Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen im digitalen Wandel. Wie unterstützt Sage diese gezielt beim Aufbau skalierbarer digitaler Strukturen? 

M: Wir unterstützen kleine und mittelgroße Unternehmen im digitalen Wandel, indem wir ihnen skalierbare, KI-unterstützte Softwarelösungen anbieten, die Finanzwesen, Warenwirtschaft, Projekte, Service und Lohn nahtlos miteinander verbinden. Unser Ansatz ist dabei modular aufgebaut: Unternehmen können mit einem zentralen Bereich wie dem Rechnungswesen starten und ihre Lösung anschließend schrittweise um Prozesse wie Einkauf, Lager, Vertrieb oder Abrechnung erweitern. 

Offene Schnittstellen und ein breites Ökosystem zertifizierter Partnerlösungen ermöglichen die unkomplizierte Anbindung von CRM, Onlineshops, Zahlungsdiensten sowie Steuer- und Compliance-Services. Auf diese Weise entstehen durchgängige End-to-End-Prozesse von der Angebotserstellung bis hin zur Zahlung. 

T: Compliance und Transparenz sind zentrale Anforderungen in der Unternehmenssteuerung. Wie tragen Ihre Lösungen dazu bei, diese Anforderungen effizient zu erfüllen? 

M: Unsere Lösungen berücksichtigen nicht nur die jeweiligen regionalen und landesspezifischen Besonderheiten, etwa im Steuerrecht und in der Finanzbuchhaltung, sondern integrieren Compliance und Transparenz ganzheitlich. Daten werden verschlüsselt, Zugriffe rollenbasiert gesteuert und länderspezifische Anforderungen vollständig abgedeckt. Dazu gehören die Unterstützung gängiger Formate und Übertragungskanäle ebenso wie eine revisionssichere Archivierung. Für eine reibungslose Einführung setzen wir auf bewährte Branchenstandards, leistungsfähige Migrationswerkzeuge, umfassende Schulungsangebote und ein starkes Partnernetzwerk, das unsere Kunden von der Prozessberatung über individuelle Erweiterungen bis hin zum laufenden Support begleitet. 

Für den transparenten und regelkonformen Einsatz von KI gelten diese Prinzipien in besonderem Maße. Um Auditfähigkeit und Compliance sicherzustellen, werden die zugrunde liegenden Modelle mit spezialisierten Datensätzen trainiert und an einschlägigen Branchenstandards ausgerichtet. Kontinuierliche Qualitätskontrollen, Mechanismen zur Erkennung von Halluzinationen, Warnungen bei Modelldrift und menschliche Validierung gewährleisten verlässliche Entscheidungen. Datenschutz, DSGVO-Konformität und integrierte Sicherheitsfunktionen sind fest im Entwicklungsprozess unserer Lösungen verankert. 

T: Die Einführung neuer Technologien erfordert kulturellen Wandel. Wie unterstützt Sage seine Kundinnen und Kunden bei der Befähigung von Mitarbeitenden? 

M: Unser Ziel ist es, unsere Kunden dabei zu unterstützen, ihre Sage-Software effizient und praxisnah im Arbeitsalltag einzusetzen und somit die Digitalisierung des Unternehmens maßgeblich voranzutreiben. Dafür bieten wir ein umfassendes Lernkonzept an: Zahlreiche E-Learnings ermöglichen einen schnellen Einstieg in die grundlegenden Funktionen der Software. Ergänzend dazu stellen wir strukturierte, rollenbasierte Lernpfade bereit – beispielsweise für die Bereiche Personalabrechnung, Rechnungswesen oder Warenwirtschaft. So können Anwender ihr Wissen gezielt vertiefen. 

Wir kombinieren flexible Selbstlernkurse mit interaktiven Live-Sessions, die von erfahrenen Sage-Experten durchgeführt werden. Zusätzlich bieten wir Übungen in geschützten Testumgebungen an, damit neues Wissen unmittelbar im eigenen Prozesskontext angewendet und gefestigt werden kann. Auf diese Weise schaffen wir eine nachhaltige Lern- und Anwendungserfahrung, die unsere Kunden befähigt, ihre Software optimal zu nutzen 

T: Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern im Sage-Ökosystem? 

M: Die Zusammenarbeit mit Partnern ist eine der zentralen Säulen unseres Geschäfts in Deutschland. Wir haben aus diesem Grund den „Sage Partner Circle“ gegründet.  

Er fungiert als zentrale Schnittstelle zwischen uns und unserem Netzwerk aus 370 Partnern an 450 Standorten deutschlandweit. Er fördert den Austausch der Partner untereinander, bündelt strategisch relevante Themen und treibt die kontinuierliche Weiterentwicklung des gesamten Channels voran. Die starke Beteiligung unserer leistungsstärksten Partner zeigt, dass dieser Ansatz die Bedürfnisse des Marktes trifft und den Zugang zu neuen Zielgruppen erleichtert. 

Für unsere cloud-nativen Lösungen haben wir außerdem das „Cloud Partner Programm“ ins Leben gerufen. Unsere Vertriebspartner erhalten strukturierte Onboarding- und Enablement-Pakete, umfassende Schulungen und Trainings. Dadurch können sie Cloud-Lösungen professionell einführen und über zeitgemäße Schnittstellen nahtlos integrieren. Das übergeordnete Ziel ist es immer, Barrieren abzubauen und kleine wie mittelgroße Unternehmen sicher in die Cloud zu begleiten. 

T: Wie sehen Sie die Rolle von ERP-Systemen in einer zunehmend datenzentrierten und KI-gestützten Unternehmenswelt? 

M: ERP-Systeme sind das Rückgrat datenzentrierter und zunehmend KI-gestützter Unternehmen. Mit modernen, offenen Schnittstellen bilden sie die Datengrundlage und technische Plattform, um KI überhaupt sinnvoll, sicher und effizient einsetzen zu können. Sie bilden den verlässlichen Kern für strukturierte, durchgängige Prozess- und Transaktionsdaten, auf denen Echtzeitanalysen, Automatisierung und KI-Anwendungen sinnvoll aufbauen können. Die starke Verbreitung von ERP-Lösungen unter deutschen Wachstumsunternehmen bestätigt diese Bedeutung. Laut unserer aktuellen Studie nutzen 97 Prozent der deutschen Startups und Scaleups entsprechende Systeme, während bei der Einführung fortgeschrittener Technologien wie KI noch erhebliches Potenzial besteht. Genau hier setzt ein moderner, cloudbasierter ERP-Ansatz an, der über offene Schnittstellen Daten aus Finanzwesen, Beschaffung, Lager, Produktion, Vertrieb und Personal zusammenführt und in einheitlichen, auswertbaren Strukturen bereitstellt. 

In der praktischen Anwendung bedeutet dies, dass ERP-Systeme nicht länger nur als Backoffice-Werkzeug dienen, sondern zu operativen Datenhubs werden, die Entscheidungen in Echtzeit ermöglichen. Parallel dazu wächst der Bedarf an belastbaren ESG-Daten. Viele junge und wachsende Unternehmen haben Nachhaltigkeitsprinzipien bereits verankert, benötigen jedoch konsistente, auditierbare Informationen zur Messung und Berichterstattung. Auch hierfür liefern moderne ERP-Systeme die notwendige Datenbasis. 


 

Die Ausführungen von Christian Mehrtens verdeutlichen, wie transformative Technologien wie Künstliche Intelligenz bereits heute einen echten Unterschied machen – vorausgesetzt, sie werden strategisch, verantwortungsvoll und nutzerzentriert eingesetzt. Auf der TRANSFORM 2026 wird Sage als Premium Partner diese Themen weiter vertiefen und praxisnahe Einblicke in die Zukunft des digitalen Finanz- und Personalmanagements geben.

Early Bird Tickets für die TRANSFORM gibt es hier.

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